Dr. Reiner Haseloff beim Grußwort als Schirmherr
Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt
Intensive Gespräche wurden in den Pausen an den 22 Ausstellungsständen geführt.
Nach den interessanten Vorträgen kam es zu einer regen Diskussion.
Das gemütliche Beisammensein auf der Abendveranstaltung zum Ausklang des
1. Konferenztages.
DESSAU-ROSSLAU/MZ, 25.03.2011
Das Roßlauer WTZ hat am Donnerstag und Freitag zum siebten Mal eine Gasmotoren-Konferenz ausgerichtet. Die Teilnehmerliste umfasste mehr als 200 Adressen von Fachleuten aus Europa, Nordamerika und Asien. Schirmherr der Konferenz war Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff. Verschiedene Themenkomplexe, wie neue Motorenkonzepte, spezielle Gase, Gasmotorenzubehör, theoretische Grundlagen und Anwendungserfahrungen bildeten eigenständige Vortragssektionen, in denen insgesamt 21 Fachvorträge gehalten wurden. In einer die Konferenz begleitenden Ausstellung haben im Radisson Blu-Hotel "Fürst Leopold" 22 Firmen ihre Produkte, Dienstleistungen und Forschungsergebnisse zum Themenkreis Gasmotoren präsentiert.
Über Trends bei der Entwicklung und dem Einsatz von Gasmotoren unterhielt sich Thomas Steinberg mit dem Geschäftsführer der Wissenschaftliches Zentrum für Motoren- und Maschinenforschung Roßlau gGmbh, Günther Gern.
Herr Gern, in Zeiten des Hypes um Hybrid- und Elektroantriebe ist es still geworden um den Gasmotor.
Gern: Was den Gasmotor angeht, müssen wir uns vom Thema Automobil lösen, bei der Tagung hat sich damit nur ein einziger von 20 Vorträgen beschäftigt. Bei uns geht es vor allem um stationäre Antriebe in Kraftwerken, um Motoren für Loks und für Schiffe.
Was macht Gas als Energiequelle interessant?
Gern: Wenn wir zunächst bei Erdgas als fossilem Energieträger bleiben - er ist viel besser verfügbar, weil besser auf der Welt verteilt. Anders als Erdöl, was ja oftmals in politisch instabilen Staaten gefördert wird. Zudem ist Erdgas deutlich günstiger. Inzwischen haben Gasmotoren im Wirkungsgrad auch mit Dieselmotoren gleichgezogen und sind bei 50 Prozent angekommen.
Wie sieht es mit der Ökologie aus?
Gern: Gasmotoren schneiden beim Schadstoffausstoß sehr gut ab, man muss nicht solchen Aufwand zur Abgasreinigung betreiben. Zudem wird der Gasmotor regenerativer - die biogenen Gase waren ein Schwerpunkt der Tagung. Angesichts des Klimawandels ein wichtiger Aspekt. Gase aus verschiedenen Quellen lassen sich auch sehr gut mischen.
Gibt es neuere Trends beim Einsatz von Gasmotoren?
Gern: Ja, sie scheinen jetzt im Schiffsverkehr ihren Siegeszug anzutreten.
Der ja in den vergangenen Jahren wegen seiner Emissionen zunehmend in die Kritik geriet.
Gern: Richtig. In Hafenstädten wie Hamburg oder Rotterdam stammt ein Großteil der Luftbelastung aus den Schiffsdieseln. Es werden aber immer mehr Meeresgebiete zu geschützten Zonen erklärt, in denen nicht mehr mit Schweröl gefahren werden darf. Da bieten sich Gas oder auch Diesel als Alternative an. Und bei Flüssiggastankern hätte es natürlich ganz handfeste Vorteile, das verdampfende Gas für den Antrieb zu nutzen. Neuerdings denken auch Kreuzfahrtflotten über einen Wechsel nach. Wenn heute ein Schiff mit Touristen in einen Fjord fährt, steht die schwarze Wolke tagelang.
Gab es ein Projekt oder ein Thema, das für Sie besonders spannend war?
Gern: Aus sachsen-anhaltischer Sicht das Mikro-Blockheizkraftwerk der Intelli-Gruppe in Barleben. Damit ließe sich ein Einfamilienhaus mit Strom und Wärme versorgen.
Wie steht es um die Zukunft der Konferenz?
Gern: Das war ja nun die 7. Tagung mit 230 Teilnehmern aus 16 Ländern.
Es ist eine ausgesprochene Nischentagung, die sich wie keine andere auf ein
Thema konzentriert. Als wir vor zwölf Jahren angefangen haben, haben wir
natürlich an die Dessauer Gastechnik-Geschichte gedacht. Damals kamen nicht
einmal 100 Leute. 2013 wird es die achte Tagung geben.