Virtueller Einzylinder-Forschungsmotor FM 35
Gut ein Jahr nach der offiziellen Einweihung der neuen Gebäude am Dessau-Roßlauer WTZ-Standort Mühlenreihe wird heute ein neuer Einzylinder-Forschungsmotor auf einem eigens dafür umgebauten Prüfstand seiner Bestimmung übergeben.
Das Besondere:
Er ist der größte Einzylinder-Forschungsmotor in
Deutschland!
Einzylinder-Forschungsmotoren dienen in der Regel dazu, die Thermodynamik, das Brennverfahren bzw. die Triebwerksbauteile als Vorstufe für die Vollmotorenentwicklung zu optimieren, um beste Wirkungsgrade bei geringst möglichen Emissionen und höchster Betriebslebensdauer zu erreichen.
Beim WTZ Roßlau werden bereits verschiedene Forschungsmotoren im Kolbendurchmesserbereich zwischen 120 und 250 mm eingesetzt. Diese vom WTZ selbst konstruierten und entwickelten Motoren sind modular aufgebaut und erlauben je nach Kundenwunsch die Verwendung verschiedener Kolbendurchmesser und Kurbelwellenhübe.
Der neue Motor hat einen max. Kolbendurchmesser von 350 mm, einen max. Hub von 450 mm und erlaubt eine Zylinderleistung von über 800 kW und Verbrennungsspitzendrücke bis 400 bar. Motoren dieser Größe werden in Kraftwerken bzw. als Schiffsantriebe eingesetzt. Im Rahmen eines vom Land Sachsen-Anhalt geförderten Forschungsprojekts hat das WTZ auch diesen Motor selbst konstruiert und entwickelt. Die Gesamtinvestition dieser Motorprüfstandsanlage beläuft sich auf rund 4 Mio. €. Den Bau des Motors als Gasmotor selbst hat MAN Diesel &Turbo SE, Augsburg, in Auftrag gegeben. Nachfolgend ist ein mehrjähriger Versuchsbetrieb beim WTZ in Roßlau vorgesehen.