Grundsteinlegung für Erweiterungsbauten im WTZ Roßlau an der Mühlenreihe von Silvia Bürkmann (Mitteldeutsche Zeitung)
Einzige Frau bei der Grundsteinlegung für das neue WTZ: Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt,
Petra Wernicke, packt an (2.v.r.) (Foto: WTZ Roßlau)
Roßlau/MZ. "Ein historischer Tag an historischer Stelle", unter diesem Leitgedanken begrüßte Helmut Tschöke, Professor an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Vorsitzender des Trägervereins des Wissenschaftlich-Technischen Zentrums (WTZ) Roßlau, am Montag die Gäste in der Roßlauer Mühlenreihe. Wo vor 150 Jahren die Dampfmaschine in Serienproduktion der Roßlauer Maschinenfabrik ging und wo bis in die Neuzeit die Motorenprüfstände brummten, wurde am Montag der Grundstein gelegt für "das neue WTZ".
Den Grund mit ein mauerten unter anderem die Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Petra Wernicke, und der Dessau-Roßlauer Oberbürgermeister Klemens Koschig. Dessen Familien-Geschichte hat das WTZ geprägt. Hier hat der Vater gearbeitet, hier hat der Sohn das erste Mal Fühlung aufgenommen zu seinem ersten Studium: Koschigs Diplom trägt den Titel Maschinenbauingenieur.
Der Ausgangspunkt für die Grundsteinlegung liegt 14 Jahre zurück, als der Privatisierungsvertrag zwischen dem Trägerverein WTZ Roßlau e. V. und der Treuhandnachfolgerin BvS im April 1994 die Suche nach geeigneten Erweiterungsflächen auf dem Gelände des Elbewerkes Roßlau begann. So sollten beide Betriebsteile des WTZ an einem Standort zusammengeführt werden. In enger Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) und nach Risikobewertung durch die LAF kaufte das WTZ im Oktober 2005 auf dem alten Elbewerk-Gelände die gesamte Fläche nördlich der Rossel.
Im gleichen Jahr erfolgte der Freistellungsbescheid zur Altlastensanierung auf der Grundlage des Umweltrahmengesetzes und es begannen die Sanierungsmaßnahmen. "Altlastensanierung heißt nicht allein, Altes abzureißen, sondern Perspektiven zu eröffnen für Neuansiedlungen", so Ministerin Wernicke. Als Umweltministerin begrüßte Wernicke die gründliche Beseitigung von Gefahrenquellen, als Landwirtschaftsministerin die Standortwahl, bei der das Unternehmen nicht auf der grünen Wiese landwirtschaftliche Fläche in Anspruch nimmt.
Mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt sowie mit Hilfe der IB Investitionsbank Sachsen-Anhalt und der Deutsche Kreditbank AG (DKB) ist es gelungen, die finanzielle Basis für die Erweiterung des "Forschungs- und Entwicklungsstandortes WTZ - Mühlenreihe" zu schaffen. Die Gesamtbaukosten des Projektes betragen etwa fünf Millionen Euro und die Sanierungskosten können mit 1,2 Millionen beziffert werden. Mit Fertigstellung ist im Juli 2009 zu rechnen.
Mit dem mittelfristigen Vorhaben, die Beschäftigtenzahl von jetzt 60 auf 75 zu erhöhen, trägt das WTZ als anerkannte Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung mit seinem Wissen und mit seiner Nähe zur Industrie zur Schaffung und Sicherung hoch qualifizierter Arbeitsplätze in der Region bei.
Zwar nicht mit in die stählerne Zeitkapsel eingemauert, aber von den Gästen der Grundsteinlegung mit auf die Reise geschickt wurden alle guten Wünsche für ein unfallfreies Bauvorhaben und für gesunde Auftragsentwicklung. Das Wissenschaftlich-Technische Zentrum für Motoren- und Maschinenforschung Roßlau gGmbH ist spezialisiert auf die Bearbeitung wissenschaftlicher und technischer Aufgabenstellungen im Bereich der Energieumwandlung. Auf der Basis von Grundlagen- und Vorlaufforschung entwickelt und testet das Unternehmen Produkte und Verfahren auf den Gebieten der Motoren- und Energietechnik.